Paderborner Turner glänzen mit Überraschungssieg

Ein überraschender Sieg gelang den Paderborner Turnen am Samstag vor heimischem Publikum. Mit 221,00 zu 219,70 Punkten gegen die klar favorisierte Mannschaft aus Kierspe.

„Was für eine überragender Wettkampf“ bilanzierte Teamchef Felix Pott noch dem Auftritt seiner Mannschaft gegen den amtierenden Vizemeister TSV Kierpse. Dabei standen die Vorzeichen für den ersten Heimwettkampf der Saison alles andere als gut. Im Vorfeld hatte sich bereits Tim Renger während einer Trainingseinheit am Fuß verletzt und fiel deshalb aus. Zudem musste die SG Paderborn auch auf ihre Allzweckwaffe Thomas Kirchhoff verzichten, welcher aus privaten Gründen nicht auflaufen konnte.

Ganz unglücklich verlief dann das Einturnen für den bis dahin wieder genesenen Dominik Günzel. Er verletzte sich bei einer Landung am Boden so stark, dass er anschließend sofort ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. Somit stand der Wettkampf für die Paderborner unter keinen idealen Vorzeichen, da an einigen Geräten die Mannschaftsaufstellung komplett umgeworfen werden musste.

Direkt am Boden gingen die Paderborner Turner deshalb nur mit drei statt vier Turnern an das Gerät. Jedoch hatten Sebastian Reller, Marc Lemperle und Marcel Jörgens einen ziemlich guten Tage erwischt. Alle drei kamen so gut wie Fehlerfrei durch ihre Übungen und konnten somit direkt das erste Gerät mit 39,70 zu 37,30 Punkten für sich entscheiden. Hervorzuheben ist die besonders schwere Übung von Marcel Jörgens der mit 16,00 Punkten Ausgangswert die schwierigste Übung des Tages präsentierte. Dafür wurde er mit starken 13,95 Punkten belohnt. Damit hatten die Paderborner schon ihre erste Überraschung geliefert. Mit nur drei Turnern hatten die Außenseiter den klaren Favoriten sowohl das erste Gerät wie auch ganze 2,50 Punkte abgenommen. Das war für die Paderstädter ein Auftakt nach Maß. Der knappe Vorsprung war allerdings auch bitter notwendig, denn als nächstes ging es ans unbeliebten Pauschenpferd. Hier konnte zwar Marc Lemperle mit starken 12,10 Punkten glänzen und ein größeres Unheil verhindern, trotzdem ging das Geräte deutlich mit 33,75 zu 36,05 Punkten an die Sauerländer. Es wurde deutlich, dass das Pauschenpferd weiterhin Paderborns größte Baustelle ist.

Mit nur 0,10 Punkten Vorsprung ging es an das dritte Gerät, die Ringe. Ein besonders starkes Gerät der Paderborner, weshalb sie hier schon im Vorfeld des Wettkampfes auf einen Gerätesieg gehofft haben. Seit März 2015 wurden die Ringe nur zweimal verloren. Es kam auch heute keine weitere Niederlage dazu. Mit 37,50 zu 36,40 Punkten wurde das Punktepolster weiter ausgebaut. Moritz Brüggemann steuerte mit 13,30 Punkten den größten Anteil bei. Punkteaspirant Brüggemann und Teamchef Felix Pott rieben sich anschließend verwundert die Augen und staunten nicht schlecht als sie an der Beamerleinwand einen 1,20 Punkte Vorsprung erkennen konnten.

Die Motivation war jetzt bei allen Paderbornern vor dem Sprung unglaublich hoch. Die Turner rochen förmlich, dass sie an diesem Tag Paderborner Turngeschichte schreiben konnten. Sie waren sich sicher, dass man heute mehr gewinnen konnte, als nur die beiden Geräte Boden und Ringe.

Die sprunggewaltigen Akteure Marcel Jörgens und Marc Lemperle zeigten, was in ihnen steckte. Mit zwei hochkarätigen Sprüngen (12,80 und 13,00 Punkte) sicherten die beiden den knappen Sieg für die Heimmannschaft am vierten Gerät.

Am Barren ging es nahtlos weiter. Die Paderborner waren jetzt heißgelaufen und hatten sowohl Nerven wie Wettkampf im Griff. Jetzt wollten sie hoch hinaus. Besonders Felix Pott und Marc Lemperle glänzten mit hervorragenden Leistungen.

Allerdings ist auch der Barren das Stärkste Gerät der Gäste, weshalb das Gerät nur knapp mit 38,35 zu 38,25 Punkten gewonnen werden konnte.

Am Reck wurde es dann noch einmal richtig spannend. Bekanntermaßen sind die Paderborner Turner auch hier kein Ligaprimus, so dass von vornherein ziemlich klar war, dass dieses Gerät verloren geht. Die Frage war nun, ob die bis dahin erturnten 1,55 Punkte Vorsprung für den Überraschungssieg ausreichen würden. Der erste Turner seitens der Paderborner war Dominik Kürpick. Spielerisch leicht und mit absoluter Nervenstärke turnte er seine Übung durch und sicherte der SG Paderborn 10,20 Punkten. Auch Jörgens und Lemperle konnten ihre Übungen ohne Sturz absolvieren. Als dann noch der vierte Turner Andreas Trykacz seinen Abgang in die Turnmatte hämmerte, war klar, die Sensation ist geglückt.

Das Gerät musste zwar wie erwartet an die Sauerländer abgegeben werden, jedoch reichte der Vorsprung aus, um den Wettkampf für sich zu entscheiden.

Völlig euphorisch erklärte Mannschaftsführer Felix Pott: „Mit diesem Erfolg haben wir im Leben nicht gerechnet. Ziel war es im Idealfall vielleicht zwei Geräte zu gewinnen, aber dass wir hier mit einem Sieg aus der Halle gehen, hat wohl keiner von uns für möglich gehalten. Man hätte uns wohl für sehr übermutig gehalten. Deshalb muss ich ein umso größeres Lob an die Mannschaft aussprechen, dass war eine absolute Teamleistung und wir haben zum Ende hin verdient gewonnen.“

Dementsprechend groß war die Freunde des Teams. Auch Moritz Brüggemann war von dem Ergebnisse sehr erstaunt: „Das ist mal ein tolles Geschenk zum 10 jährigem Jubiläum der SG Paderborn. Mit diesem Wettkampf steht bereits jetzt fest, dass wir zum Saisonende auf das erfolgreichstes Jahr unserer jungen Mannschaftsgeschichte zurückblicken. Denn bis dato haben wir noch nie zwei Wettkämpfe in der Oberliga gewonnen“.

Weiter geht es für die Paderborner Turnern am Samstag den 14.10. um 12 Uhr in der Sporthalle der Friedrich-von-Spee Gesamtschule. Zu Gast sind dann die Turner des SuS Stadtlohn. Die Stadtlohner sind alte Bekannte der SG Paderborn mit denen man schon seit Jahren auf Augenhöhe turnt. Auch bei diesem Wettkampf könnte es noch einmal richtig spannend werden.

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SG Paderborn 2019